Blutspende - Blut ein besonderer Saft !

Unser Blut: ein lebendes Organ mit vielen Funktionen

Blut besteht aus vielen lebenden Zellen und kleinen Teilchen. Jedes dieser Teilchen hat eine ganz besondere lebensnotwendige Funktion, nichts ist überflüssig. So sind die roten Blutzellen (Erythrozyten) für den Transport von Sauerstoff zuständig. Das Blutkreislaufsystem sorgt dafür dass der Sauerstoff dahin kommt, wo er gebraucht wird: in das Gehirn, die Muskulatur und alle anderen Organe. Blut versorgt den Körper auch mit notwendigen Aufbaustoffen, Energieträgern, Mineralien, Hormonen, Enzymen und Vitaminen. Das Blut schützt uns darüber hinaus vor Infektionen und Krankheiten, indem seine Zellen in den Körper eingedrungene Viren, Bakterien oder sonstige Fremdstoffe erkennt und unschädlich macht. Dafür sind die weißen Blutzellen (Leukozyten) verantwortlich. Auch die Blutung kann das Blut selber regeln: Die in ihm enthaltenen Blutplättchen (Thrombozyten) bilden zusammen mit speziellen Eiweißmolekülen (Gerinnungsfaktoren) die Blutgerinnungsstoffe, damit wir nicht bei einer einfachen Verletzung schon verbluten. Und schließlich ist das Blut auch noch für den Wärmetransport innerhalb des Körpers verantwortlich.

Diese vielfältigen Aufgaben können von keinem anderen Organ, erst recht von keinem Medikament übernommen werden. Das menschliche Blut ist ein ebenso einzigartiges Organ wie eine Leber, der Magen oder die Lunge. Trotz aller wissenschaftlicher Fortschritte kann Blut nicht künstlich hergestellt werden. Jeder Tropfen einer Butkonserve, der einem Patienten transfundiert wird, muss vorher von einem Menschen gespendet worden sein. Deshalb ist Blutspenden so wichtig!

Zusammenarbeit und Einsatz der BRK-Helferinnen und -Helfer bei Blutspendeterminen

Die unermüdliche Arbeit der mehr als 40.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes trägt wesentlich zum Gelingen der Blutspendetermine bei.
Im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit steht der Blutspender und die Blutspende.
Wir sorgen zusammen für eine freundliche und kompetetente Betreuung der Blutspender.


Aufgaben der Ehrenamtlichen

  • Registrierung der Blutspender und Blutspenderehrungen 
  • Bedienung des Getränkeautomaten bzw. Herstellung und Ausgabe von Tee oder Kaffee  
  • Überwachung der Blutspender nach der Blutspende  
  • Tätigkeiten an der Konservensammelstelle  
  • Blutspenderverpflegung

Ablauf einer Blutspende - von der Registratur bis zum Dankeschön

Wer zum ersten Mal Blut spendet, möchte vorher gern wissen, was beim Spendetermin genau passiert. Acht Stationen durchlaufen Blutspender, bis sie nach getaner guter Tat das Terminlokal wieder verlassen:

1. Registratur
An der Registratur werden die Daten des Blutspenders/der Blutspenderin aufgenommen. Dazu ist bei Erstspendern ein aktueller amtlicher Lichtbildausweis oder bei Mehrfachspendern der Blutspendeausweis ebenfalls mit Lichtbild nötig.

2. Fragebogen
Beim Anmelden erhält jeder Spender einen Fragebogen zu seiner Gesundheit. Dieser Fragebogen muss (bei jeder Spende erneut) sorgfältig ausgefüllt werden.

3. Ärztliche Untersuchung und Selbstausschlussbogen
Vor jeder Blutspende entscheidet ein Arzt des Blutspendedienstes über die Spendefähigkeit. Er (oder sie) ermittelt die Körpertemperatur und die Blutdruckwerte, bespricht mit dem/der Spender/in den Fragebogen und steht für Fragen zur Verfügung. Die Entscheidung, ob jemand Blut spenden darf, fällt der Arzt im Interesse der Sicherheit des Empfängers und des Spenders.

Am Ende des Arztgespräches erhält der Spender einen Selbstausschlussbogen. Dieser dient dazu, dass ein Spender auch nach der Blutspende noch sein Blut selbst für die Weitergabe an Patienten "sperren" kann, wenn er zum Beispiel einen Grund hat, den er nicht offen nennen möchte. Dieser Bogen muss nach der Blutspende ausgefüllt und in einen bereitstehenden Kasten geworfen werden.

4. Labor
Mit einem Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen wird der Hämoglobingehalt bestimmt. Auch die Blutgruppe wird mit einem Schnelltest ermittelt (die eingehende Blutgruppenbestimmung erfolgt später im Hauptlabor). Im Anschluss erhält der Spender Blutbeutel und Teströhrchen für die Blutspende.

5. Blutentnahme
Jetzt erfolgt die eigentliche Blutspende. Der Spender wählt sich eine bequeme Liege, je nachdem, an welchem Arm er gern spenden möchte. Ein kleiner Pieks - und das Blut läuft in den Blutbeutel. Wenn 500 ml Blut gespendet worden sind, ist die Spende beendet und ein Mitarbeiter der Entnahme legt einen Verband an. Erstspendern wird empfohlen, nach der Spende noch einige Minuten liegen zu bleiben.

6. Ruheraum
Jetzt geht es darum, sich etwas Ruhe zu gönnen und den Flüssigkeitsverlust nach der Spende durch reichliches Trinken wieder auszugleichen.

7. Imbiss
Zur Stärkung haben ehrenamtliche Helfer einen kleinen Imbiss vorbereitet.

8. Dankeschön
Blutspenden beim Roten Kreuz sind freiwillig und unentgeltlich. Wer sein Blut für andere gegeben hat, erhält aber als kleines Dankeschön ein Geschenk, das er sich unter verschiedenen Präsenten auswählen kann.

Einige Zeit nach der Blutspende bekommt der neue Spender per Post seinen persönlichen Blutspenderpass mit allen wichtigen Angaben zur Blutgruppe.

Sicherheit ist großgeschrieben: So wird gespendetes Blut getestet

Wenn ein Blutspendetermin zu Ende ist, beginnt für die Mitarbeiter des Blutspendedienstes des Roten Kreuzes (BSD) die Verarbeitung des gespendeten Blutes. Ganz besonders wichtig ist für den BSD die Sicherheit der Blutprodukte. Daher werden bei jeder Blutspende auch drei Teströhrchen Blut entnommen, die später in den BSD-eigenen Speziallabors untersucht werden.

Von jeder Blutspende gehen zwei Teströhrchen in das Hauptlabor im Institut für Transfusionsmedizin in München. Hier wird das Blut auf HIV-Antikörper, Hepatitis B und C (zwei verschiedene Erreger der Gelbsucht), auf einen Leberwert und Syphilis untersucht. Für die Untersuchungen auf Hepatitis B und C werden folgende Tests durchgeführt: HBSAG (Bestandteil des Hepatitis B Virus), Anti-HBc (Abwehrstoff gegen Hepatitis B Erreger, der in der Regel
zeitlebens nachweisbar bleibt - dieser Test wird beim BSD schon seit 1996 freiwillig durchgeführt und ist ab 30.6.2006 Vorschrift), Anti-HCV (Abwehrstoff gegen Hepatitis C Erreger). Im Münchner Labor wird übrigens auch die Blutgruppe bestimmt, bei Erstspendern gehören dazu insgesamt 22 Einzeluntersuchungen.
Ein Teströhrchen gelangt nach Wiesentheid ins PCR-Labor. PCR ist die Abkürzung für Polymerase-Kettenreaktion (Polymerase Chain Reaction). Hier ist ein direkter Virusnachweis für HIV und die Gelbsuchterreger HBV und HCV möglich. Dazu wird Erbinformation der genannten Viren, sofern diese im Blut vorhanden sind, so oft "kopiert", bis sie nachweisbar werden. Mit dem direkten Virusnachweis wird das sogenannte „diagnostische Fenster“, der Zeitraum zwischen Ansteckung und Nachweisbarkeit der Erreger oder Antikörper, verkleinert.

Die Probenvorbereitung wird über Nacht bis 6 Uhr morgens durchgeführt. Der Befund liegt dann bis ca. 14 Uhr für alle Proben vor. Nur wenn alle Testergebnisse in Ordnung sind, kann das Blut für Kranke und Verletzte verwendet werden, ansonsten muss es vernichtet werden.

Aus einer Blutspende wird eine Blutkonserve

Für die Verarbeitung von Vollblutspenden bleibt nicht viel Zeit: Innerhalb von maximal 24 Stunden nach der Entnahme muss das kostbare Blut filtriert und aufgetrennt sein. Dann sind die dabei gewonnenen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bei + 4° C zu lagern.
Beim Blutspendedienst des BRK (BSD) erfolgt die Verarbeitung der Blutspenden im Produktions- und Logistikzentrum im unterfränkischen Wiesentheid. Dorthin werden nach Ende der Spendentermine alle Blutspenden aus ganz Bayern gebracht.

Am Anfang steht die Filtration
Die Verarbeitung beginnt mit der Filtration. Hier werden die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, herausgefiltert. Sie würden den Empfänger nur unnötig belasten. In Wiesentheid geschieht dies mit Hilfe einer modernen Förderanlage. 45 Minuten laufen die Vollblutspenden durch den Filter. Knapp 450 Spenden werden hier pro Stunde bearbeitet. Um die zügige Verarbeitung zu gewährleisten, sind BSD-Mitarbeiter ab 3.00 Uhr nachts im Einsatz.

Trennung mit 18 Zentrifugen
Für eine Transfusion werden heute Erythrozyten (rote Blutkörperchen) verwendet. Um diese zu gewinnen, muss jede Blutkonserve zentrifugiert werden. 18 Zentrifugen sind dabei in Betrieb. Durch die Zentrifugation lagern sich die Erythrozyten unten im Blutbeutel ab, während sich oben das Plasma befindet. Mit halbautomatischen Trennmaschinen wird dann das Plasma in einen anderen Beutel überführt. Damit die Blutkonserven mit den Erythrozyten 42 Tage haltbar bleiben, wird den Zellen eine Nährlösung zugeführt. Ist das Testergebnis für die Blutkonserve in Ordnung, kann sie für Patienten eingesetzt werden.

Plasma zur Transfusion und für Arzneimittel
Wenn Plasma innerhalb von sechs bis maximal 18 Stunden nach der Entnahme tiefgefroren wird, kann es ebenfalls für Transfusionen verwendet werden. Nicht direkt für Transfusionen benötigtes Plasma kann zur Herstellung von anderen dringend benötigten Arzneimitteln wie Gerinnungsfaktorkonzentraten und Immunglobulinpräparaten verwendet werden.

Termine für das Blutspendejahr 2010:

Ort: Neunburg, Pfarrheim / Beginn: 16:00 – 20:30 Uhr

1. Termin am Donnerstag, den 25.03.2010

2. Termin am Mittwoch, den 16.06.2010

3. Termin am Mittwoch, den 22.09.2010

4. Termin am Mittwoch, den 01.12.2010

BRK Bereitschaft Neunburg v.Wald - Frühlingsstr. 9 - 92431 Neunburg